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Wie Veränderung zum Erfolg führt – Strategien für Unternehmen - Teil 2b

Eine Informationsreihe der NATHUSIUS GmbH über Unternehmensoptimierung – Teil 2b
Unternehmensoptimierung – Warum?

 

Rückblick auf den bisherigen Bericht dieser Info-Reihe

Seit Mitte Juli 2015 veröffentliche ich eine Informationsreihe zu den Themen Change-Management, Unternehmensoptimierung und Entwicklung von Führungskräften – die Kernkompetenzen der NATHUSIUS GmbH.

Der Teil 1 „Unternehmensoptimierung – Ihr Nutzen“ befasst sich mit den Themen:

  • Arbeitsschritt 1: Erheben der Ursache für die Unternehmensoptimierung
  • Arbeitsschritt 2: Festlegen der Ziele
  • Beispiele für den Nutzen für das Unternehmen

Die NATHUSIUS GmbH setzt zur Planung und Durchführung der Optimierung „Projektmanagement“ ein und zur Formulierung der Ziele die „SMART-Methode“.

Der Teil 2a „Unternehmensoptimierung – Warum?“ hatte zwei Schwerpunkte:

  • Der Aufruf aus den Wirtschaftstagen 2014 und 2015
  • Zahlen, die sehr nachdenklich machen

Ich habe aufgezeigt, dass es beileibe nicht die alleinige Meinung der NATHUSIUS GmbH ist, dass sich viele Unternehmen spätestens heute für die Zukunft aufstellen sollten. Der Teil 2a soll erste Denkanstöße geben, ob eine Optimierung des eigenen Unternehmens möglich und sinnvoll ist.

Mit dem heutigen Teil 2b sollen diese Denkanstöße erweitert werden. Wenn es starke politische und wirtschaftliche Appelle zu Unternehmensoptimierungen gibt, weil viele Gründe nachweisbar dafür sprechen, dann muss es

  • Ursachen, warum (zu) wenig investiert wird

geben und

  • Weitere Gründe, um sich heute für die Zukunft aufzustellen

 

 

„Wie Veränderung zum Erfolg wird – Strategien für Unternehmen“
Teil 2b „Unternehmensoptimierung – Warum?“

 

Ursachen, warum (zu) wenig investiert wird

Es gibt viele Gründe, warum – zum Teil trotz erkennbarer Möglichkeit, Notwendigkeit oder gar Dringlichkeit – keine Unternehmensoptimierung durchgeführt wird. Oft sind es Gründe, die den Beteiligten gar nicht bewusst sind. Das fängt damit an, dass die Verantwortlichen ihre eigene Situation positiver einschätzen als es vielleicht ein Anderer oder ein externer Analyst tun würde. Die Verantwortlichen leiten – mit Ihren ganz persönlichen Stärken – seit Jahren mit großem Erfolg ein Unternehmen. Ihre Stärken liegen dabei vielleicht in anderen Bereichen als denen der Organisation von Strukturen und Geschäftsprozessen. Ernst & Young bestätigen mit ihren Studien zu besonders erfolgreichen Unternehmen, dass diese sich frühzeitig und regelmäßig mit dem Thema der Unternehmensorganisation und der Kultur beschäftigen. Gerade in kleineren mittelständigen Unternehmen muss dies nicht durch einen Experten in Festanstellung geschehen. Oft ist es sogar sinnvoll, temporär einen externen Spezialisten hinzu zu ziehen, der nicht die (sehr menschliche) Betriebsblindheit hat und noch sachlicher argumentieren kann.

Ich möchte heute nicht auf diese sachlichen, formalen Themen wie Optimierungen an den Strukturen und/oder den Geschäftsprozessen eingehen. Das ist Standard-Know-how vieler Unternehmensberatungen, die sich in großer Zahl auf dem Markt tummeln und oft mit jungen, dynamischen, frisch an der Uni ausgebildeten Experten Kennzahlen analysieren und Schritte daraus ableiten. Die Wissenschaft bestätigt, dass dieses Vorgehen durchaus Erfolge erzielt. Sie bestätigt aber auch, dass diese Erfolge geringer ausfallen und eine deutlich kürzere Nachhaltigkeit besitzen als Veränderungen, die auf das Denken und Handeln der Beteiligten abzielen – insbesondere das der Führungskräfte. Diesem Thema widme ich einen späteren Beitrag in dieser Informationsreihe. Die Kombination aus den beiden Faktoren „formale und soziale Optimierung“ ist eine der besonderen Stärken der NATHUSIUS GmbH und einer der Gründe für ihre außergewöhnlichen Erfolge (s. Teil 1 „Unternehmensoptimierung – Ihr Nutzen“).

Ich möchte heute zusammen mit Ihnen auf Gründe schauen, die psychologischer Natur sind und damit auf das Wesen der Beteiligten eingehen. Weltunternehmen wie Huawei in Person von Frau Chen Lifang, Member of the Global Board Directors der Huawei Technologies Co. Ltd, weisen in ihren Vorträgen auf die Bedeutung der Einstellung der Menschen gerade bei Veränderungen und damit bei Optimierungen hin (s. Bericht über den Wirtschaftstag 2015).


Chen Lifang beim Wirtschaftstag am 9. Juni 2015

Wichtig im Zusammenhang mit der Bereitschaft für Veränderungen sind u. a. folgende Faktoren:

  1. Die Wohlfühlatmosphäre der einzelnen Menschen, der Verantwortlichen des Unternehmens und damit die des gesamten Unternehmens. Es ist ein mittlerweile ein anerkanntes Phänomen, dass gerade in Deutschland die Wohlfühlatmosphäre sehr hoch ist.
  2. Wenn die Wohlfühlatmosphäre sehr hoch ist, dann gibt es andererseits oft einen nur geringen Leidensdruck. Nicht nur ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst in Unternehmen, die kurz vor einem Liquiditätsengpass stehen, meistens der Leidensdruck zu niedrig ist, um die notwendigen Optimierungen anzugehen und konsequent umzusetzen. Gelegentlich muss ich deshalb in Unternehmen, bei denen umfangreiche und gravierende Veränderungen notwendig sind, mit geschickten Maßnahmen den Leidensdruck erhöhen. Nur, wenn der Leidensdruck ein bestimmtes Niveau erreicht hat, dann ist die Bereitschaft für Veränderungen gegeben. Denn wenn man ohne einen notwendigen Leidensdruck Veränderungen durchsetzt, sind oft eine hohe und lang anhaltende Unzufriedenheit und ein Verlust von Vertrauen in der Belegschaft die Folge. Dazu in einem späteren Beitrag über das „Verhalten in Veränderungen“ mehr. Geschickt müssen die Maßnahmen sein, weil sie auf keinen Fall zu einer Panik in der Belegschaft führen dürfen, was immer zum Verlust vieler Leistungsträger durch Ausscheiden und zu starken Leistungseinbrüchen in der Belegschaft führt.
  3. Oft ist es auch ein fehlender Weitblick, der gerade in den heutigen sehr schnelllebigen Zeiten weniger erforderlich scheint. Doch der Umkehrschluss ist richtig. Nur wer sich heute mit dem Übermorgen beschäftigt, verpasst nicht die notwendigen Optimierungen, um für das Übermorgen schnell genug gewappnet zu sein. Zwei aktuelle Beispiele: VW hat mit dem langjährigen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch („Endlich!“ möchte man fast sagen) viele Jahrzehnte lang sorgfältig ein „Silo-Zentral-Denken“ gepflegt. Nach dessen Ausscheiden hat jetzt Vorstandschef Martin Winterkorn damit begonnen, das „Silo-Denken“ nachhaltig in Frage zu stellen und durch einen (Produkt-)“Familiensinn abzulösen. Die Auswirkungen, die das lange Festhalten an der Zentralisierung hat, sind hinreichend bekannt. Ein anderes Beispiel aus meiner Region ist die Kehl GmbH, die Veränderungen in der Vergabe von Aufträgen z. B. ihres Großkunden nicht frühzeitig erkannt hat und heute einen Insolvenzverwalter beschäftigt. Heute werden die Aufträge nämlich nicht mehr direkt „an bewährte Partner“ vergeben, sondern ausgeschrieben; die nachfolgende Vergabe erfolgt heute stets an den kostengünstigsten Anbieter.
  4. Wenn die Veränderungen aber immer schneller kommen und die Zukunft immer unsicherer erscheint, dann sind Prognosen schwerer geworden. Die Komplexität der Herausforderungen nimmt ständig zu. Ich finde auch aus diesem Grund das folgende Zitat ausgesprochen zutreffend: „Die Probleme von heute sind nicht mit den Methoden von gestern zu lösen!“. Deshalb geht auch die NATHUSIUS GmbH immer wieder neue Wege und hält einen engen Kontakt zur Wissenschaft, um die neusten Erkenntnisse zum Nutzen ihrer Kunden in die Unternehmensoptimierung einfließen zu lassen.
  5. Wenn die Komplexität der Herausforderungen und damit auch das Risiko für Entscheidungen steigen, dann wird – das ist vollkommen menschlich – auch die Angst vor Fehlentscheidungen größer.  Es ist heute erforderlich, Entscheidungen – immer noch mit der gebotenen Ruhe – schneller zu treffen als früher und damit mehr Unsicherheiten in Kauf zu nehmen.

Ein Fazit: Wir können den Kreis zu meinem ersten Hintergrund „Wohlfühlatmosphäre“ schließen. Wenn die Wohlfühlatmosphäre hoch ist und deshalb der Leidensdruck gering, wenn zusätzlich der Weitblick abnimmt, weil gleichzeitig die Komplexität der Herausforderungen steigt und die Angst vor Fehlentscheidungen zunimmt, dann ist das eine gefährliche Mixtur, die die Bereitschaft für Veränderungen und Investitionen reduziert oder sogar verhindert. In solchen Momenten fällt mir ein Spruch ein, den ich auch bei der Entwicklung von Führungskräften gerne verwende:


„Wer heute den Kopf in den Sand steckt,
der knirscht morgen mit den Zähnen!“

 

Die Entwicklung des Unternehmens, Unternehmensoptimierung, Veränderungen des eigenen Unternehmens, um sich heute für die Zukunft aufzustellen, das ist heute Aufgabe für das oberste Management. Es gibt viele Gründe, sich heute mit der Zukunft zu beschäftigen und gerade die guten Zeiten zu nutzen, um Veränderungen – vielleicht sogar in Form einer „Vorausschauenden Selbsterneuerung“ – in Erwägung zu ziehen und ggf. in Angriff zu nehmen:

 

Weitere Gründe, um sich heute für die Zukunft aufzustellen

Fakt ist, dass sich Unternehmen – eigentlich schon heute, aber mindestens zukünftig - in einem ständigen Wandel befinden. Gründe für permanenten Wandel sind z. B.:

1. Durch die Internationalisierung/Globalisierung wird die Zahl der Anbieter eher größer als kleiner und werden die Wertschöpfungsketten zerrissen (Welt-Lieferanten, Nordsee-Krabben).

2. Dadurch steigen die Innovationskraft und gleichzeitig der Kostendruck sowie das Risiko von Plagiaten.

3. Der Markt und damit die Menschen im Sinne von Kunden verändern – d. h. in der Regel „erhöhen“ - ständig ihre Ansprüche, alles soll billiger, besser, anders, moderner etc. werden. Die Menschen wollen immer mehr (scheinbar) sparen und geben dafür mehr Geld aus. Man kann dies auch an den Marketing-Strategien ablesen, in denen bspw. in der Handywerbung damit geworben wird, dass ein Unternehmen „4 Mrd. Investition tätig“, damit „der Kunde jedes Jahr ein neues Handy bekommt, damit der Nachbar neidisch wird auf das gekaufte Produkt“.

4. Die Halbwertzeiten sinken überall. Das ist längst nicht mehr „nur“ eine Frage der Technik, längst sind andere Bereiche wie Information/Wissen/Dienstleistung davon betroffen.

5. Dadurch steigt auch das Potential für „Zufälligkeiten/Wahrheiten“, die sich schnell verbreiten und verselbständigen (Beispiele für solche Entwicklungen zeigen sich in der Energiewende, im Frakking oder in der Emotionalität der „Chlorhühnchen“.

6. Aufgrund verschiedener Maßnahmen der Politik steigen die Kosten der Unternehmen erheblich. Wenn ein Unternehmen diese zusätzlichen Kosten ohne Verluste im Gewinn kompensieren will, dann geht das nur durch eine Steigerung der Effizienz. 

Das sind nur einige wenige Gründe, warum es notwendig ist, sich schon heute für die Zukunft aufzustellen. Alle Beispiele wirken sich – natürlich je nach Branche unterschiedlich, auf die Geschäftsprozesse der Unternehmen aus. Gleichzeitig muss die Unternehmenskultur flexibler und (ver)änderungsbereiter werden, um sich bei ständig steigendem Tempo immer wieder anpassen zu können. Wenn aber Geschäftsprozesse und die Kultur sich verändern, dann hat das immer auch Auswirkungen auf die Struktur und die Führung.

Nicht umsonst sehen Wissenschaftler schon seit einiger Zeit Unternehmen mit einer erkennbaren Teamkultur klar im Vorteil, da diese flexibler reagieren kann. Und die „Lernende Organisation“, also eine anpassungsfähige, auf äußere und innere Reize (selbständige und eigeninitiativ) reagierende Organisation, wird als zukunftsweisendes Modell gewertet.

 

Damit genug der Denkanstöße, ob es sich lohnen kann, das eigene Unternehmen weiter zu optimieren. Im nächsten Beitrag dieser Informationsreihe der NATHUSIUS GmbH geht es um die Beantwortung der Frage, ob es für Unternehmensoptimierung ein Patent-Rezept gibt. In anderen Worten möchte ich Ihnen zeigen, dass die NATHUSIUS GmbH Ihnen keine Ware von der Stange liefert, sondern Maßanzüge. Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg für außergewöhnliche Ergebnisse und nachhaltige Entwicklung. Der Beitrag erscheint in zwei bis vier Wochen an gleicher Stelle! Bis dahin eine gute Zeit und weiterhin viel Erfolg bei der Beantwortung der Frage „Starten wir unsere Zukunft heute?“ Die NATHUSIUS GmbH steht Ihnen gerne zur Verfügung.