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Familie Nathusius und die beiden Freundinnen unserer Söhne in Afrika - Teil 2

Bericht 2: Etosha Nationalpark, Sossusvlei mit Dead Vlei + Dune 45, Swakopmund + Walvis Bay + Windhoek, Abschluss in Gocheganas

Vor gut zwei Wochen habe ich über den gleichen Urlaub in Afrika bereits einen Bericht über die Victoria Falls in Simbabwe, vier Bootssafaris, den Chobe Nationalpark in Botswana und den Mudumu Nationalpark in Namibia an dieser Stelle veröffentlicht. Heute geht die Reise weiter. Wir sehen Löwen und Nashörner im weltberühmten Etosha Nationalpark, besuchen in der Namibwüste das Sossusvlei, schauen uns die Städte Swakopmund, Walvis Bay und die Hauptstadt von Namibia, Windhoek, an und schließen unseren Urlaub in Gocheganas ab.

 

4 Etosha Nationalpark

Wir waren zwei Tage im Etosha Nationalpark. Etosha ist sehr bekannt für seine riesige Salzpfanne und die vielen Tiere, die man an einigen Wasserlöchern beobachten kann. Der Nationalpark ist von einem mehr als 1.800km langen Zaun umgeben, um die Tiere gegen Wilderer zu schützen – und die Bauern vor den Tieren. Seit letztem Jahr stehen der Parkverwaltung sogar drei Hubschrauber zur Jagd auf die Wilderer zur Verfügung. Seitdem kann der Bestand einiger Tiere, wie der der Nashörner, einigermaßen stabil gehalten werden. Man betritt und verlässt den Park durch Gates. Am ersten Tag sind wir vormittags durch das „Von Lindequist Gate“ in den Park reingefahren und am Abend durch das „Anderson Gate“ wieder heraus.

Anders als in den beiden bisherigen Nationalparks ist die Vegetation hier sehr dünn und dürr. Greta macht sich große Sorgen, weil in den letzten Monaten nur sehr, sehr wenig Regen gefallen ist. Zum Teil müssen die Tiere 20 km laufen, um an Wasser zu kommen. An den Wasserlöchern gibt es manchmal ein ziemliches Gedränge. Wir haben große Herden von Gnus, Zebras, Springböcken, Impalas, Giraffen, Straußenvögeln und Oryx gesehen. Leider kann ich Ihnen nur eine kleine Auswahl an Fotos zeigen.

Natürlich ist der König der Tiere bei dieser Auswahl dabei: der Löwe. Wir hatten riesiges Glück und haben an beiden Tagen einige Löwen ganz aus der Nähe gesehen. Fangen wir an mit einem mächtigen Löwen, den wir am zweiten Tag entdeckt haben:

  
Manchmal werden die männlichen Löwen des Rudels zum Ablenken genutzt, denn…

Zu seinem Rudel gehören die beiden Löwinnen, die wir am frühen Morgen beobachtet haben. Greta dachte zunächst, dass sie auf der Jagd sind. Aber wir haben keine weiteren Löwinnen gesehen, so dass sie wohl doch nur umhergestreift sind. Wie auch immer hatten alle anderen Tiere wie Zebras, Impalas oder die Straußenvögel ebenso großen Respekt vor den Löwen wie auch die drei Schakale und zwei Hyänen.

  
…der König überlässt das Jagen den Damen, Hauptsache er bekommt den besten Bissen!

Gleich am ersten Tag haben wir eine Gruppe junger männlicher Löwen entdeckt. Selbst Greta, die ungefähr zehn Mal im Jahr im Etosha Nationalpark ist, hat Fotos geschossen, weil die Löwen außergewöhnlich nahe waren. Einer ist sogar direkt neben unserem Jeep im Schatten stehen geblieben und hat sich umgeschaut. Es ist ein tolles Erlebnis, einen Löwen ohne Gitter oder Glaswand zwei Meter neben sich stehen und vorbeilaufen zu sehen.

    
Angeblich war dieser satt, was umso besser ist, wenn man diesen hier fast berühren kann

Kurz vor dieser Gruppe junger Löwen haben wir ein Nashorn beim Fressen gesehen und kurz danach ein weiteres beim Trinken. Wie viel Glück wir hatten, das zeigte sich abends im Etosha Safari Camp, als wir am Buffet mehrere andere Gruppen gesprochen haben. Sie waren am gleichen Tag im Etosha Nationalpark und haben weder einen Löwen noch ein Nashorn gesehen. Wohl dem, der eine Greta dabei hat!

  

Viele, viele, sehr viele andere Tiere haben wir auch noch gesehen. Hier eine kleine Auswahl:

 

Hyäne auf dem Vormarsch                               Ein Dikdik                                                            Straußenvögel (w/m)
     

     
Kudu-Nachwuchs                                               Schakal am Wegesrand                                     Ein ganz junges Zebra

 

5 Sossusvlei

“Namibia ist das Land der Gegensätze!” hat uns Greta immer wieder erzählt. Mittlerweile verstehen wir, was sie meint. Zuerst haben wir viel Wasser, eine Unmenge an Tieren und viel, viel Grün erlebt. Dann sind wir über die „Rote Linie“ in den Süden gefahren, der eher trocken ist. Viele Sträucher und Steppen kennzeichnen die Landschaft, manchmal können wir kilometerweit schauen. Höhepunkt ist die Etosha-Pfanne, eine riesige Salzfläche, die nur in den Regenzeiten Wasser hat. In Swakopmund dann der Atlantische Ozean, kaltes Wasser und so starker Nebel, dass man das Gefühl hat, es regnet leicht. Und jetzt warten das Naukluft-Gebirge und die Namib-Wüste auf uns!

Nachdem wir Swakopmund in Richtung Süden verlassen haben, geht es zunächst durch das Naukluft-Gebirge. Es geht rauf und runter, natürlich alles ohne Leitplanken. Aber wir haben viel Vertrauen in Jered, unseren Fahrer. Nach einigen Stunden Fahrt überqueren wir den südlichen Wendekreis, also den Wendekreis des Steinbocks. Am Tropic of Capricorn machen wir ein Gruppenfoto, denn den Wendekreis zu überqueren ist wie eine Äquatortaufe. Einigen merkt man ein bisschen die Strapazen der letzten Stunden Achterbahnfahrt durch das Gebirge an.

  
Rast auf dem Kuiseb-Pass                                 Gruppenbild am südlichen Wendekreis

Am nächsten Tag stehen wir um 7 Uhr am Eingang zum Sossusvlei. Wikipedia sagt dazu: „Das Sossusvlei liegt in Namibia und ist eine von Namibsand-Dünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei“) in der Namib-Wüste, die nur in seltenen guten Regenjahren Wasser führt.“ Wasser, wo bitte? Dass wir in der Wüste angekommen sind, sagen uns schon die Temperaturen: 42° Wir sind deshalb so früh unterwegs, weil wir in das Dead Vlei gehen und natürlich auch die Dune 45 erklimmen wollen. Wenn möglich, bei einigermaßen verträglichen Temperaturen.

Greta als erfahrene Strategin fährt mit uns zuerst Richtung Dead Vlei. Das Farbenspiel der roten Dünen ist überwältigend! Wir können uns kaum entscheiden, welche wir zuerst fotografieren wollen. Und selbst hier treffen wir Tiere - ein Rätsel, wie die überleben.

  
Eine von vielen Dünen und                              zwei Oryx im Sossusvlei

Wir sind als erste an der Stelle, wo wir in Allrad-Sand-Jeeps umsteigen müssen, die uns die letzte Strecke durch tiefen Sand fahren. Dann sind es noch einige Meter zu Fuß und wir sind im Dead Vlei angekommen. Charakteristisch für das Dead Vlei sind die vielen abgestorben Akazienbäume, die vertrockneten und nun sehr langsam verrotten, als der Tsauchab, ein ephemerer Trockenfluss, seinen Flusslauf änderte. Manche dieser Bäume sind über 500 Jahre alt.

Natürlich wollen Thorsten und ich den Ausblick auch von oben von der Düne herunter bewundern. Die Düne heißt „Big Mama“ und ist ca. 440 Meter hoch. Wir unterschätzen die Anstrengung völlig und haben große Mühe, überhaupt oben anzukommen.

Abgestorbener Akazienbaum im Dead Vlei   Blick zurück von halber Höhe „Big Mama“
  


Kein Wasser dabei, aber ein sensationeller Ausblick

Auf dem Rückweg gehen wir die Big Mama senkrecht den Hang herunter und treffen unterwegs auf einen kleinen Gesellen:

Mitten auf dem Hang der Big Mama

Schade, dass Marvin nicht dabei ist, er ist absoluter Eidechsen-Fan. Allzu lange können wir die kleine Eidechse nicht beobachten, da wir mal wieder eine Stunde Verspätung verursacht haben. Die anderen warten schon mit dem Frühstück auf uns.

Weiter geht’s zur Dune 45. Die Dune ist freigegeben, um sie zu besteigen. Man darf nicht auf jede Düne hinaufsteigen – wegen der Tiere. Ja, Sie lesen richtig, wegen der Tiere (z. B. Eidechsen und Käfer). Nachdem wir im Dead Vlei waren, die Big Mama bestiegen und auch noch ein leckeres Frühstück genossen haben, sind wir jetzt fast alleine auf der Dune 45. Die anderen Touristen sind schon weiter gefahren. Dass es zu heiß wird, die Sorge erledigt sich schnell: Auf dem Dünenkamm zieht es wie Hechtsuppe. Der Sand fliegt regelrecht über die scharfe Kante. Oben auf der Düne angelangt, genießen wir alle zusammen die Aussicht. Nur Barbara ist auf halber Höhe ein Opfer der Anstrengung geworden und wartet weiter unten auf uns (rechtes Foto, kleiner Strich am linken Bildrand).

  
Was für eine Aussicht!                                       Marvin testet die Stabilität des Dünenrandes

 

6 Swakopmund, Walvis Bay und Windhoek

Nach zwei Tagen im Etosha Nationalpark geht die Fahrt weiter nach Swakopmund. Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang an der Atlantikküste an. Swakopmund ist deutlich von der deutschen Kolonialzeit geprägt. Angeblich gibt es sogar einen deutschen Bäcker und in der Apotheke eine Beratung in deutscher Sprache. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir an der Ostseeküste sind. Wie auch immer – es gibt einige tolle Häuser zu bestaunen:

  
Das Haus neben unserem Hotel                      Am nächsten Morgen: Wirkt irgendwie bekannt…

Greta erzählt uns, dass die Häuser sehr unter der feuchten Meeresluft und vor allem unter dem Nebel leiden. „Nebel?“ „Abwarten…“ antwortet Greta nur. Bevor wir zu sehr an die Heimat erinnert werden, gehen wir zum Sonnenuntergang an den Atlantik. Das grandiose Schauspiel, das auf uns wartet, ist aus mehreren Gründen beeindruckend.

Wo bitte geht’s zum Atlantik?                            Einfach mir nach!
  
 
Die Sonne geht unter, der Nebel kommt      Vivi und Thorsten gewinnen den 1. Preis!

Zum einen ist das Meer kalt – aber so richtig kalt. Wir werden daran erinnert, dass in Namibia Winter ist. Das hält uns aber nicht davon ab, die Füße in die Wellen zu halten. Oder auch ein bisschen mehr als nur die Füße… Kalt wird uns nicht mehr, die Flucht vor den Wellen hält warm. Vivi und Thorsten halten es am längsten aus – und sind am Ende bis zur Hüfte durchnässt. Das gibt in den nächsten Tagen einen kleinen Schnupfen. Unserem Spaß tut das keinen Abbruch! Sobald sich die Sonne dem Meer nähert, ist der Nebel da. Er ist so dicht, dass man denkt, es würde nieseln. Und das soll Afrika sein?

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Walvis Bay – dem Wohnort von Greta. Wir sausen an ihrer Wohnung vorbei. Keine Zeit, der Tag wird noch lang und die Flamingos warten. In der Bucht von Walvis Bay sind unglaublich viele Flamingos zu sehen. Zuerst viele, die eher weiß sind. Weiter hinten dann noch mehr, die eher rosa gefärbt sind. Im Hintergrund der Hafen von Walvis Bay, einer ehemaligen Station von Walfischfängern. Am Ufer entlang steht eine Prunkvilla neben der anderen. „Wir wohnen an der Flamingo-Bucht“ können die Besitzer mit Fug und Recht behaupten.

Greta ist farblich passend gekleidet                Einer,
  

 
drei                                                                        viele vor dem Hafen von Walvis Bay

Nach Swakopmund und Walvis Bay fehlt jetzt noch Windhoek. Da waren wir natürlich auch. Nach so viel Natur ist Windhoek fast schon zu viel „Zivilisation“, obwohl die Hauptstadt Namibias nur gut 320.000 Einwohner hat. „Die Hauptstadt auf den Hügeln“ erzählt Greta, und wir verstehen schnell. Abendessen gibt es in der Skybar mit einem super Ausblick. Wir sehen die Christuskirche, die mich wegen des Namens an meine Christuskirche in Mannheim erinnert, in der ich konfirmiert wurde. Und auch sonst wird man an allen Ecken und Enden wieder an die deutsche Kolonialzeit erinnert, die meiner Meinung nach zu den ganz schwarzen Flecken deutscher Vergangenheit gehört.

  
Die Christuskirche und                                       Die Kaiserliche Landvermessung

Jered, der in Windhoek wohnt, zeigt uns „seinen“ Oshetu Markt, er wohnt zwei Ecken weiter. Jered scheint einfach jeden zu kennen, deshalb dürfen wir auch viel fotografieren. Ein Stand reiht sich an den anderen, hier gibt es getrocknete Würmer, da Gewürze nach Lust und Laune. Hier fliegen noch die Hackebeilchen und zerlegen neben Holz auch einiges Getier. Die Mutigen und Magenfesten unter uns probieren gegrilltes Fleisch mit frischen Gewürzen. Wir lernen, dass Schuhe aus Impala-Leder mit einer Sohle aus alten Autoreifen gemacht werden. Drei kleine Jungs spielen tatsächlich Billard, allerdings ohne Stöcke, die haben die Erwachsenen. Eindrücke über Eindrücke, Eindrücke der anderen Art, aber genauso interessant. Leider haben wir zu wenig Zeit, um das Gewimmel und die Gerüche noch länger zu genießen. Die letzten Stunden mit Greta und Jered sind nah.


  
Jered kennt seinen Oteshu Markt in- und auswendig – und alle kennen Jered!

 

7 Gocheganas

Nach dem Oshetu Markt bringen uns Greta und Jered nach Gocheganas, eine Hochebene ca. 50km südöstlich von Windhoek. Hier wollen wir uns noch gute zwei Tage von den Anstrengungen der Rundreise erholen. Natürlich haben wir schon vor der Reise im Internet gelesen und sogar in Google Earth nachgeschaut, was uns erwartet. Aber das, was wir dann in Wirklichkeit erleben, ist nur schwer in Worte zu fassen. Die Lodge insgesamt und die einzelnen Chalets sind ein Traum. Sie liegen auf einem Hochplateau mitten in einer riesigen Landschaft, in der sonst nur noch Tiere zu sehen sind. Es gibt einen Innenpool und einen Außenpool. Impressionen:

  

  

Sicher ist Ihrem aufmerksamen Auge nicht entgangen, dass auf dem ersten Bild am rechten Bildrand zwischen dem Fuß der Dame auf der Liege und dem Rahmen des Fensters ein Warzenschwein zu sehen ist. Während wir gemütlich mit einem Drink am Pool liegen, beobachten wir die Tiere unten in der Ebene und dort am Wasserloch (drittes Bild blauer Fleck wieder am rechten Bildrand). Ganz zu schweigen von den gefiederten Gästen (eine Kapstelze), die uns direkt am Pool besuchen.

Die Tiere aus der Ebene kommen zum Teil bis hoch auf das Gelände der Lodge. Wir selbst dürfen auch von der Lodge nach unten laufen, nachdem wir ein paar Verhaltensweisen mit auf den Weg bekommen haben. Und wie schon in den bisherigen Nationalparks gibt es hier Tiere, gefühlt ohne Ende.

Zwei Wasserbüffel beim Abendtrunk             Action in der Streifengnu-Herde
  

 
Kudu trifft auf Affen                                            Er hier besucht uns auf unserer Terrasse

Und dann geht es tatsächlich wieder heim. Wo war das nochmal genau? Wie sah es da eigentlich aus? Irgendwie hat man da doch nicht so viele Tiere gesehen, aber was dann? Unwirklich erscheint das, was auf uns wartet. Unwirklich, nach drei Wochen Simbabwe, Botswana und Namibia. Wir nehmen viele und sehr beeindruckende Erlebnisse mit; haben versucht, sie auf Bildern und in Filmen festzuhalten. Aber wir wissen schon, bevor wir losfahren: Wir werden diesen Urlaub nie mehr vergessen!

Fliegt ihr heute Heim?                                       Ein Abschiedsgeschenk
  

 
Wir fliegen heute auch Heim                           und die zwei sagen „Auf Wiedersehen?“